*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.
Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.
Mit der zunehmenden Nutzung von ChatGPT, Perplexity und anderen KI-Systemen verändert sich die Art, wie Menschen nach Informationen suchen. Damit stellt sich für Unternehmen eine neue Frage: Wie sichtbar ist meine Marke eigentlich in den Antworten der KI?
Die gute Nachricht: KI-Sichtbarkeit lässt sich analysieren. Die Herausforderung besteht allerdings darin, die richtigen Kennzahlen zu betrachten. Statt sich auf vermeintlich exakte Scores zu verlassen, solltest Du den Fokus auf die tatsächliche Wahrnehmung Deiner Marke legen.
Warum KI-Scores mit Vorsicht zu genießen sind
Immer mehr Tools versprechen eine exakte Bewertung Deiner KI-Sichtbarkeit und liefern Werte wie "87 % Brand Coverage" oder ähnliche Kennzahlen. Solche Zahlen wirken auf den ersten Blick hilfreich, werfen aber wichtige Fragen auf:
- Welche Prompts wurden verwendet?
- Aus welcher Perspektive wurde gefragt?
- Welche Zielgruppe wurde simuliert?
- Welche KI-Modelle wurden berücksichtigt?
Da KI-Antworten von zahlreichen Faktoren abhängen und sich kontinuierlich verändern, sind starre Prozentwerte nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist vielmehr, ob Deine Marke regelmäßig, korrekt und im passenden Kontext genannt wird.
Worauf es bei der KI-Sichtbarkeit wirklich ankommt
Anstatt einem einzelnen Score hinterherzulaufen, solltest Du Dir folgende Fragen stellen:
- Wird Deine Marke überhaupt erwähnt?
- Wird sie korrekt beschrieben?
- Wird sie bei den relevanten Fragestellungen empfohlen?
- Wie positioniert sie sich im Vergleich zur Konkurrenz?
Genau diese Entwicklung solltest Du kontinuierlich beobachten.
Eigene Prompts entwickeln und regelmäßig testen
Ein besonders effektiver Ansatz ist es, eigene Test-Prompts zu entwickeln. So kannst Du genau nachvollziehen, wie KI-Systeme Dein Unternehmen darstellen.
Dabei lohnt es sich, unterschiedliche Zielgruppen und Situationen zu simulieren.
Beispiele hierfür sind:
- "Ich suche eine Hochschule in München."
- "Ich wohne in Hamburg und suche eine Hochschule."
- "Ich habe nur ein begrenztes Budget."
- "Ich suche eine Hochschule mit Finanzierungsmöglichkeiten."
Durch diese unterschiedlichen Perspektiven erkennst Du schnell, wann Deine Marke erscheint und wann Wettbewerber bevorzugt werden.
Der große Vorteil: Du kannst direkt nachfragen, warum eine bestimmte Empfehlung ausgesprochen wurde und welche Kriterien die KI dabei berücksichtigt.
KI-Traffic zusätzlich mit Analytics auswerten
Neben den Antworten der KI lohnt sich auch ein Blick in Deine Webanalyse.
Mit der Google Search Console und Google Analytics kannst Du zunehmend nachvollziehen, über welche Quellen Besucher auf Deine Website gelangen. Dazu gehören inzwischen auch KI-Plattformen wie ChatGPT oder Perplexity.
Diese Daten helfen Dir dabei, besser zu verstehen, welche Inhalte bereits Sichtbarkeit erzeugen und wo noch Optimierungspotenzial besteht.
Automatisierte Tools: Praktisch, aber nicht immer transparent
Mittlerweile gibt es zahlreiche Tools, die das regelmäßige Testen automatisieren. Sie übernehmen das Prompting und liefern anschließend Auswertungen zur KI-Sichtbarkeit.
Das spart zwar Zeit, bringt aber auch Nachteile mit sich:
- Die verwendeten Prompts sind häufig nicht transparent.
- Die Bewertungsmethoden bleiben oft unklar.
- Die Ergebnisse lassen sich nur schwer nachvollziehen.
- Viele dieser Tools sind vergleichsweise teuer.
Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, die wichtigsten Analysen zunächst selbst durchzuführen. So behältst Du die volle Kontrolle über die Fragestellungen und kannst die Ergebnisse deutlich besser interpretieren.
Ein einfaches Monitoring reicht oft völlig aus
Vor allem am Anfang brauchst Du keine komplexen Dashboards.
Viel wichtiger ist es, ein einfaches Protokoll anzulegen und regelmäßig festzuhalten:
- Welche Prompts wurden getestet?
- Welche Antworten wurden ausgegeben?
- Wurde Deine Marke genannt?
- Welche Wettbewerber wurden empfohlen?
- Welche Veränderungen sind im Vergleich zum Vormonat erkennbar?
Führe diese Tests idealerweise monatlich durch. In der Anfangsphase kann auch ein kürzerer Rhythmus sinnvoll sein.
Mit der Zeit erkennst Du Muster und kannst gezielt an den Stellschrauben arbeiten, die Deine Sichtbarkeit in KI-Systemen verbessern.
Fazit
Die Messung der KI-Sichtbarkeit entwickelt sich aktuell rasant weiter. Dennoch solltest Du Dich nicht von scheinbar exakten Prozentwerten blenden lassen.
Viel wichtiger ist ein systematischer Blick auf die tatsächlichen Antworten der KI. Entwickle eigene Prompts, teste verschiedene Zielgruppen, dokumentiere die Ergebnisse und beobachte Deine Entwicklung über einen längeren Zeitraum.
So erhältst Du nicht nur ein realistisches Bild Deiner KI-Sichtbarkeit, sondern verstehst auch, wie Deine Marke von modernen KI-Systemen wahrgenommen wird – und wo Du gezielt optimieren kannst.
Weitere Fragen?
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