*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.
Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.
Was ist der SKI Pilot überhaupt?
Der SKI Pilot ist die interne KI-Lösung der Sparkassen. Manche nennen ihn auch liebevoll Skippy oder Skippid. Gemeint ist damit ein KI-Assistent, der speziell für die Arbeit in der Sparkassenwelt gedacht ist und inzwischen deutschlandweit zur Verfügung steht.
Spannend ist dabei vor allem eines: Der SKI Pilot ist nicht einfach nur ein weiterer Chatbot. Er ist in die Sparkassenumgebung eingebettet, arbeitet in einem sicheren Umfeld und wird zunehmend mit internen Systemen verbunden. Genau das macht ihn für viele Mitarbeitende deutlich relevanter als allgemeine KI-Tools.
Während klassische KI-Anwendungen oft an Datenschutzgrenzen oder fehlendem Fachkontext scheitern, setzt der SKI Pilot dort an, wo im Arbeitsalltag echte Unterstützung gebraucht wird: bei internen Prozessen, E-Mails, Kundenvorbereitung und perspektivisch sogar bei konkreten Aktionen im Kernbanksystem.
Warum der Start zunächst enttäuschend war
Wie bei vielen KI-Projekten war auch beim SKI Pilot der Anfang holprig. In der ersten Phase konnte die Lösung noch vergleichsweise wenig. Es gab im Wesentlichen eine reine Chat- und Textfunktion. Sparkassenspezifisches Wissen fehlte weitgehend, die Integration in interne Systeme war noch nicht vorhanden und der praktische Nutzen blieb für viele Mitarbeitende überschaubar.
Die Folge war absehbar: Viele probierten das Tool aus, waren enttäuscht und legten es schnell wieder beiseite. Wer nach wenigen Tests keinen konkreten Mehrwert erkennt, nimmt sich im Alltag meist nicht noch einmal bewusst Zeit dafür.
Gerade das ist ein wichtiger Lernpunkt für Unternehmen: Eine KI-Lösung wird nicht automatisch akzeptiert, nur weil sie eingeführt wurde. Wenn der Nutzen am Anfang nicht erkennbar ist, entsteht schnell Skepsis.
Was sich beim SKI Pilot inzwischen verändert hat
Heute sieht das Bild deutlich anders aus. Der SKI Pilot hat sich technisch wie funktional stark weiterentwickelt. Mehrere Modellwechsel, bessere Performance und vor allem die Anbindung an relevante Sparkassensysteme haben dazu geführt, dass viele Mitarbeitende inzwischen deutlich positiver auf das Tool schauen.
Besonders wichtig ist dabei die Nähe zum tatsächlichen Arbeitsalltag. Der SKI Pilot kann heute nicht nur allgemeine Fragen beantworten, sondern auch auf interne Informationen zugreifen. Dazu gehören unter anderem Richtlinien, Anweisungen, Informationsmanagement-Systeme und weitere sparkassenspezifische Anwendungen.
Genau an diesem Punkt entsteht der Unterschied zwischen einer allgemeinen KI und einer wirklich arbeitsfähigen Unternehmens-KI: Sie kennt nicht nur Sprache, sondern auch den fachlichen Kontext.
Der große Mehrwert liegt in der Systemintegration
Der spannendste Aspekt am SKI Pilot ist nicht nur das Sprachmodell selbst, sondern die Integration in bestehende Systeme. Denn genau hier wird aus einer netten Technologie ein echter Assistent.
Im Gespräch wurde deutlich, dass der SKI Pilot heute bereits in mehreren Bereichen unterstützt:
- Er kann auf interne Sparkasseninformationen zugreifen.
- Er hilft bei der Vorbereitung von Kundengesprächen.
- Er ist in Outlook eingebunden.
- Er soll künftig stärker mit Word, PowerPoint und weiteren Anwendungen verknüpft werden.
- Perspektivisch kann er Aktionen direkt in Systemen anstoßen.
Das ist ein entscheidender Schritt. Denn Mitarbeitende wollen nicht bloß mit einer KI chatten. Sie wollen Aufgaben schneller, strukturierter und einfacher erledigen.
Wie der SKI Pilot bei der E-Mail-Arbeit unterstützt
Ein besonders greifbarer Nutzen zeigt sich aktuell in Outlook. Dort steht der SKI Pilot bereits als Plugin zur Verfügung und hilft beim Formulieren von E-Mails oder beim Antworten auf eingehende Nachrichten.
Das klingt zunächst unspektakulär, ist im Alltag aber hochrelevant. Gerade E-Mails gehören in vielen Teams zu den größten Zeitfressern. Wenn eine KI hier Entwürfe vorbereitet, Antworten strukturiert oder Formulierungen verbessert, spart das nicht nur Zeit, sondern senkt oft auch die mentale Belastung.
Wichtig bleibt natürlich: Die Mitarbeitenden prüfen die Vorschläge weiterhin selbst und geben sie anschließend frei. Genau diese Kombination aus KI-Unterstützung und menschlicher Kontrolle ist aktuell für viele Unternehmen der sinnvollste Weg.
Kundengespräche mit KI vorbereiten
Ein weiterer interessanter Anwendungsfall ist die Vorbereitung von Kundengesprächen. Gibt ein Mitarbeitender eine Kundennummer ein, kann der SKI Pilot relevante Informationen zusammenführen und übersichtlich aufbereiten.
Dadurch entsteht keine starre Gesprächsanweisung, sondern eine fundierte Vorbereitung. Zum Beispiel kann sichtbar werden, welche Themen im Gespräch angesprochen werden sollten oder wo Handlungsbedarf besteht. Wenn etwa wichtige Informationen fehlen oder Dokumente nicht mehr aktuell sind, lässt sich das früh erkennen.
Gerade in beratungsintensiven Bereichen kann das ein erheblicher Vorteil sein. Die Qualität der Vorbereitung steigt, Informationen müssen nicht mühsam aus verschiedenen Systemen zusammengesucht werden und der Fokus im Gespräch kann stärker auf dem Kunden liegen.
Von der Information zur Aktion: Wohin die Entwicklung geht
Noch spannender wird es dort, wo die KI nicht nur informiert, sondern direkt mit Systemen interagiert. Im Gespräch wurde beschrieben, dass der SKI Pilot perspektivisch auch Aktionen im Kernbanksystem ausführen können soll, etwa im Kontext einer Kontoeröffnung.
Damit verändert sich die Rolle der KI deutlich. Sie ist dann nicht mehr nur ein Recherche- oder Textwerkzeug, sondern ein aktiver Bestandteil operativer Prozesse.
Genau darin liegt für viele Unternehmen die nächste Entwicklungsstufe: Nicht nur Antworten liefern, sondern Arbeitsschritte vorbereiten, auslösen oder begleiten. Das spart Zeit, reduziert Reibungsverluste und kann die Prozessqualität verbessern.
Auch Bilder, PowerPoint und Sprache werden wichtiger
Ein weiteres Entwicklungsfeld sind multimodale Fähigkeiten. Der SKI Pilot kann inzwischen besser mit Bildern und PowerPoint-Dateien umgehen. Durch OCR, also Texterkennung in Bildern und Dokumenten, wird der Zugriff auf Inhalte deutlich praktischer.
Zusätzlich sind Spracherkennung und Sprachausgabe geplant. Das eröffnet neue Möglichkeiten, etwa für die Protokollierung von Sitzungen oder für natürlichere Interaktionen im Arbeitsalltag.
Auch hier zeigt sich: Der Mehrwert von KI entsteht nicht allein durch ein gutes Sprachmodell. Er entsteht durch Funktionen, die an echte Arbeitsprozesse anschließen.
Warum gute Technologie allein nicht reicht
Trotz aller Fortschritte wurde im Gespräch ein Punkt sehr klar: Selbst die beste KI bringt wenig, wenn Mitarbeitende nicht wissen, wie sie damit arbeiten sollen.
Genau deshalb ist die Einführung einer Unternehmens-KI nie nur ein Technikprojekt. Sie ist immer auch ein Veränderungsprojekt. Menschen müssen verstehen, was das Tool kann, wo es hilft und wie sie damit sinnvoll arbeiten.
Viele Mitarbeitende erwarten beim ersten Test sofort ein perfektes Ergebnis. Bleibt dieses aus, wird die KI schnell als unnütz abgestempelt. Das Problem liegt dann aber nicht immer an der Technologie selbst, sondern oft auch an fehlender Begleitung, unklaren Erwartungen oder mangelnder Übung.
Was Unternehmen aus der Einführung lernen können
Besonders wertvoll an diesem Beispiel ist, dass die Einführung des SKI Piloten nicht einfach mit einer Freischaltung endete. Stattdessen wurde kontinuierlich begleitet, erklärt und nachjustiert.
Einige der wichtigsten Erfolgsfaktoren waren dabei:
- Schulungen in kleinen Gruppen
- regelmäßige Austauschrunden
- Erfahrungsberichte aus dem Kollegenkreis
- Coaching für Führungskräfte
- konkrete Arbeit an echten Anwendungsfällen
- sichtbare Kommunikation neuer Funktionen
Genau diese Punkte machen in der Praxis oft den Unterschied. Denn Akzeptanz entsteht selten durch Ankündigungen. Sie entsteht durch erlebten Nutzen.
Führungskräfte spielen bei KI eine zentrale Rolle
Ein besonders kluger Ansatz war die gezielte Arbeit mit Führungskräften. Statt nur allgemeine Schulungen anzubieten, wurde gemeinsam geschaut, wo in Teams die größten Zeitfresser liegen und welche Prompt-Vorlagen oder KI-Anwendungen dort konkret helfen könnten.
Das ist deshalb so wichtig, weil Führungskräfte eine doppelte Rolle haben. Sie müssen nicht nur selbst einen Nutzen erkennen, sondern auch Orientierung für ihre Teams geben. Wenn sie verstehen, wie KI sinnvoll eingesetzt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch ihre Mitarbeitenden offener damit arbeiten.
Außerdem wird dadurch aus einem abstrakten KI-Thema eine konkrete Arbeitsunterstützung. Statt über Technologie zu reden, spricht man plötzlich über E-Mails, Kundenvorbereitung, Prozesse und Zeitgewinn.
Prompting ist kein Nebenthema, sondern der Schlüssel
Ein zentrales Learning aus dem Gespräch war die Bedeutung guter Prompts. Denn selbst ein leistungsfähiges System liefert nur dann hilfreiche Ergebnisse, wenn die Aufgabenstellung klar ist.
Das klingt banal, wird im Alltag aber oft unterschätzt. Viele testen eine KI mit vagen Eingaben, bekommen mittelmäßige Resultate und folgern daraus, dass das Tool nicht gut sei. Dabei liegt der Engpass häufig in der Formulierung.
Der vielleicht wichtigste Rat aus dem Gespräch lautet deshalb: Nehmt euch Zeit für die Entwicklung guter Prompts.
Ein Prompt muss nicht beim ersten Versuch perfekt sein. Im Gegenteil. Gute Prompts entstehen oft iterativ. Man testet, verfeinert, ergänzt Kontext und verbessert die Anweisung Schritt für Schritt. Dieser Aufwand lohnt sich besonders dann, wenn eine Aufgabe regelmäßig wiederkehrt.
Warum sich drei Stunden Prompt-Arbeit trotzdem lohnen können
Ein sehr treffender Gedanke aus dem Interview war: Selbst wenn ihr drei Stunden an einem Prompt sitzt, kann sich das trotzdem rechnen.
Sobald ein sauber entwickelter Prompt jeden Monat ein oder zwei Stunden spart, entsteht über das Jahr hinweg ein klarer Mehrwert. Genau so sollten Unternehmen auf KI schauen: nicht als magische Sofortlösung, sondern als Investition in bessere Arbeitsweisen.
Das ist ein Perspektivwechsel, der enorm wichtig ist. Denn wer erwartet, dass KI ohne Einarbeitung sofort perfekte Ergebnisse liefert, wird fast zwangsläufig enttäuscht. Wer dagegen versteht, dass gute Ergebnisse aus klaren Anweisungen und kluger Nutzung entstehen, erkennt den tatsächlichen Nutzen viel schneller.
KI wie einen Praktikanten einsetzen
Ein sehr anschauliches Bild aus dem Gespräch war der Vergleich mit einem Praktikanten. Genau so lässt sich der Umgang mit KI oft am besten erklären.
Wenn ihr einem Praktikanten eine unklare Aufgabe gebt, bekommt ihr selten das gewünschte Ergebnis. Wenn ihr hingegen sauber erklärt, was ihr braucht, welchen Kontext es gibt und wie das Ergebnis aussehen soll, steigt die Qualität deutlich.
Dasselbe gilt für KI. Gute Ergebnisse brauchen gute Anweisungen. Wer diese Logik versteht, nutzt Tools wie den SKI Pilot sehr viel realistischer und erfolgreicher.
Der eigentliche Erfolgsfaktor ist das menschliche Händchenhalten
Neben aller Technik bleibt am Ende ein Punkt besonders wichtig: KI-Einführung braucht Begleitung. Menschen müssen abgeholt, befähigt und motiviert werden.
Gerade Mitarbeitende, die nicht ohnehin tief in der KI-Welt unterwegs sind, brauchen Beispiele, Sicherheit und Raum zum Ausprobieren. Sie brauchen Austausch darüber, was funktioniert und was nicht. Und sie brauchen oft jemanden, der gemeinsam mit ihnen die ersten echten Mehrwerte sichtbar macht.
Genau dieses menschliche Händchenhalten wurde im Gespräch sehr deutlich. Und genau darin liegt wahrscheinlich einer der größten Erfolgsfaktoren überhaupt.
Fazit: Der SKI Pilot zeigt, wie Unternehmens-KI wirklich nützlich wird
Der SKI Pilot ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich eine interne KI von einer zunächst enttäuschenden Lösung zu einem zunehmend wertvollen Arbeitswerkzeug entwickeln kann.
Entscheidend dafür sind nicht nur bessere Modelle, sondern vor allem drei Dinge: sichere Rahmenbedingungen, enge Integration in bestehende Systeme und eine aktive Begleitung der Mitarbeitenden.
Für Unternehmen lässt sich daraus viel mitnehmen. KI-Einführung bedeutet nicht, einfach ein Tool bereitzustellen. Es geht darum, Anwendungsfälle zu identifizieren, Menschen zu befähigen und kontinuierlich Mehrwerte sichtbar zu machen.
Genau dann wird aus KI nicht nur ein Trendthema, sondern ein echter Produktivitätshebel im Arbeitsalltag.
Weitere Fragen?
Ihr habt Fragen dazu? Gerne unterstütze ich euch, stehe als Sparring-Partner zur Verfügung und beantworte eure Fragen. Ich freue ich mich immer über eure Nachrichten, am liebsten per WhatsApp Nachricht oder als E-Mail.
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