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3 KI-Prompts für bessere Workshops, Handouts und Präsentationen

*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.

Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.


Wer regelmäßig Workshops, Schulungen oder Präsentationen hält, kennt vermutlich einige dieser Situationen: Nach dem Workshop möchten die Teilnehmenden die Unterlagen haben. Die vorhandenen Slides sind ohne die mündlichen Erklärungen aber nur bedingt verständlich. Gleichzeitig wäre es praktisch, aus einem erfolgreichen Workshop direkt Unterlagen für andere Trainer zu erstellen.

Und dann gibt es noch die Präsentation, bei der schon vorher klar ist: Im Anschluss werden kritische Fragen kommen.

Für all diese Situationen könnt Ihr KI-Assistenten nutzen. In diesem Beitrag zeige ich Euch drei Prompts, mit denen Ihr bestehende Inhalte weiterverarbeiten und Euch gleichzeitig besser auf Präsentationen vorbereiten könnt.

Die drei Anwendungsfälle sind:

  1. Aus einer Schulung vollständige Schulungsunterlagen erstellen
  2. Aus einem Workshop ein ausführliches Handout erstellen
  3. Kritische Fragen vor einer Präsentation simulieren

Die Prompts könnt Ihr direkt kopieren und für Eure eigenen Workshops, Schulungen und Präsentationen anpassen.

Prompt 1: Aus einem Workshop komplette Schulungsunterlagen erstellen

Wenn ich einen Workshop halte, stecken viele wichtige Informationen nicht auf meinen Slides, sondern in meinen Erklärungen, Beispielen und Diskussionen. Genau diese Inhalte gehen verloren, wenn ich anschließend lediglich die Präsentation verschicke.

Eine Möglichkeit ist deshalb, den gesamten Workshop aufzunehmen und anschließend das Transkript oder die Audiodatei von einem KI-Assistenten weiterverarbeiten zu lassen.

Wichtig ist dabei natürlich der Datenschutz: Informiert die Teilnehmenden vorab transparent über die Aufzeichnung und stellt sicher, dass die Aufnahme und Verarbeitung datenschutzkonform erfolgen. Insbesondere bei sensiblen oder vertraulichen Inhalten solltet Ihr genau prüfen, welches KI-System Ihr einsetzen könnt.

Aus dem Transkript kann anschließend ein wesentlich umfangreicheres Schulungspaket entstehen. Dazu gehören beispielsweise ein Trainerleitfaden, ein Trainerskript, Teilnehmerunterlagen sowie konkrete Handlungsempfehlungen.

Der große Vorteil: Die Inhalte lassen sich nicht nur an die ursprünglichen Teilnehmenden weitergeben. Ihr könnt sie auch so aufbereiten, dass andere Trainer Eure Schulung später selbstständig durchführen können.

Prompt zum Kopieren: Schulungsunterlagen aus einem Transkript erstellen

Du bist ein didaktisch erfahrener KI-Schulungsdesigner. Deine Aufgabe ist es, aus einer Tonaufnahme oder einem Transkript einer real durchgeführten Schulung vollständige, professionelle Schulungsunterlagen zu erstellen, sodass andere Trainer die Schulung selbstständig in gleicher Qualität durchführen können.

Eingangsdaten:

  • Tonaufnahme oder Transkript einer Schulung

Aufgabe:

Erstelle vollständige Schulungsunterlagen mit klarer Struktur:

A. Trainerleitfaden

  • Ziel der Schulung
  • Zielgruppe & Voraussetzungen
  • Empfohlene Dauer (gesamt & pro Modul)
  • Benötigte Materialien / Tools
  • Ablaufplan mit Zeitangaben
  • Hinweise zur Moderation (typische Fragen, Stolpersteine)

B. Trainerskript

  • Didaktisch optimierte, ausformulierte Erklärtexte
  • Ruhiger, professioneller Stil
  • Hinweise wie:
    • „Hier ein Beispiel erzählen“
    • „Pause für Fragen“

C. Teilnehmerunterlagen

  • Zusammenfassungen der Inhalte
  • Merksätze & Kernbotschaften
  • Checklisten oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen
  • Optional: kurze Reflexionsfragen oder Mini-Übungen

D. Handlungsempfehlungen & Praxisanweisungen

  • Konkrete Vorgehensweisen
  • Do’s & Don’ts
  • Typische Fehler und wie man sie vermeidet

Wenn Inhalte unklar oder nur implizit vorhanden sind, ergänze sie didaktisch sinnvoll und markiere sie dezent als „ergänzende Erklärung“.

Qualitätsanspruch:

  • Fachlich korrekt
  • Klar, strukturiert, reproduzierbar
  • Keine Annahmen über nicht erklärtes Vorwissen

Warum dieser Prompt mehr als eine einfache Zusammenfassung erstellt

Entscheidend ist bei diesem Prompt die Rollenbeschreibung. Die KI soll nicht einfach nur ein Transkript zusammenfassen, sondern als „didaktisch erfahrener KI-Schulungsdesigner“ arbeiten.

Damit gebt Ihr dem KI-Assistenten einen klaren Arbeitsauftrag: Die Inhalte sollen nicht nur verkürzt, sondern didaktisch aufbereitet werden.

Besonders hilfreich finde ich dabei die Trennung zwischen Trainer- und Teilnehmerperspektive. Trainer benötigen beispielsweise Moderationshinweise, Informationen zum zeitlichen Ablauf und Hinweise auf mögliche Stolpersteine. Teilnehmende brauchen dagegen verständliche Zusammenfassungen, Merksätze und konkrete Anleitungen.

Aus einer einzigen Workshop-Aufzeichnung können dadurch verschiedene Unterlagen für unterschiedliche Zielgruppen entstehen.

Prompt 2: Aus einem Workshop ein ausführliches PowerPoint-Handout erstellen

Der zweite Anwendungsfall beginnt mit einer Frage, die wahrscheinlich viele Trainer kennen:

„Bekommen wir die Slides danach?“

Natürlich könnt Ihr die Präsentation verschicken. Das Problem dabei: Präsentationsfolien sind häufig dafür gemacht, einen Vortrag zu begleiten. Ohne den Vortrag fehlen Erklärungen und Zusammenhänge.

Deshalb erstelle ich aus Workshops inzwischen ausführlichere Handouts. Die zentrale Anforderung an die KI lautet dabei: Erstellt die Präsentation für Personen, die beim Workshop NICHT dabei waren und das Thema noch nicht kennen.

Dieser Zusatz ist wichtig. Dadurch muss die KI Inhalte wesentlich ausführlicher erklären, anstatt lediglich bestehende Slides nachzubauen.

Prompt zum Kopieren: Aus einem Workshop ein PowerPoint-Handout erstellen

Ich habe einen Workshop zum Thema [THEMA] gehalten. Im Anhang findest du das vollständige Transkript / Skript des Workshops.

Erstelle mir daraus ein ausführliches Handout als PowerPoint-Präsentation (.pptx) mit mindestens 50 Slides für Teilnehmende, die NICHT beim Workshop dabei waren und das Thema noch nicht kennen.

Anforderungen an das Handout:

  • Mindestens 50 Slides, gerne mehr, wenn der Inhalt es hergibt
  • Die Slides müssen für sich allein verständlich sein (keine Workshop-Atmosphäre vorausgesetzt)
  • Beginne mit einer Einführung ins Thema, bevor du in die Inhalte gehst
  • Strukturiere logisch in Kapitel mit Trennslides
  • Jede Kernaussage bekommt eine eigene Slide mit erklärendem Text (nicht nur Stichworte – die Leser waren ja nicht dabei)
  • Praxisbeispiele und Anwendungsfälle prominent platzieren
  • Am Ende eine Zusammenfassung und weiterführende Ressourcen

Erstelle BEIDE Varianten:

  1. Variante A: MIT Übungsaufgaben (Reflexionsfragen, Mini-Aufgaben, Diskussionsanregungen alle 5–7 Slides)
  2. Variante B: OHNE Übungsaufgaben (reines Lese-Handout)

Design:

  • Helle, freundliche Farben (helles Rot, Orange, Pink, Gelb)
  • Auf jeder Slide unten: „Sophie Hundertmark · www.sophiehundertmark.com“
  • Titelslide mit meinem Namen und Kontaktdaten
  • Klare Typografie, gut lesbar
  • Nutze PptxGenJS-kompatible Strukturen

Liefere mir am Ende beide .pptx-Dateien als Download.

Warum die Zielgruppe im Prompt so wichtig ist

Bei diesem Prompt ist die Formulierung „für Teilnehmende, die NICHT beim Workshop dabei waren“ entscheidend.

Wenn Ihr lediglich schreibt „Erstelle mir ein Handout“, weiß der KI-Assistent nicht unbedingt, wie viel Kontext notwendig ist. Er kann dann davon ausgehen, dass die Leser bereits wissen, worüber gesprochen wurde.

Mit der zusätzlichen Information verändert Ihr die Aufgabe: Das Handout muss eigenständig funktionieren.

Genau deshalb fordere ich außerdem explizit erklärenden Text und nicht nur Stichpunkte. Die Präsentation soll schließlich auch Wochen später noch verständlich sein – selbst für jemanden, der den ursprünglichen Workshop überhaupt nicht erlebt hat.

Ihr könnt den Prompt natürlich an Euer eigenes Corporate Design, Eure gewünschte Länge und Eure didaktischen Anforderungen anpassen.

Mit und ohne Übungen: Zwei Handout-Varianten erstellen

Eine weitere praktische Möglichkeit besteht darin, direkt zwei Versionen erstellen zu lassen.

Die erste Variante enthält regelmäßig Reflexionsfragen, kleine Aufgaben oder Diskussionsimpulse. Sie eignet sich beispielsweise für Schulungen, Selbstlernformate oder die erneute Durchführung eines Workshops.

Die zweite Variante ist dagegen ein klassisches Lese-Handout. Hier stehen die Wissensvermittlung und die Dokumentation der Inhalte im Vordergrund.

So könnt Ihr aus demselben Ausgangsmaterial unterschiedliche Lernmaterialien entwickeln, ohne jedes Dokument von Grund auf neu erstellen zu müssen.

Prompt 3: Kritische Fragen vor einer Präsentation mit KI trainieren

KI kann Euch nicht nur nach einem Workshop Arbeit abnehmen. Ihr könnt sie auch vorher zur Vorbereitung einsetzen.

Stellt Euch vor, Ihr müsst morgen eine wichtige Präsentation halten. Ihr wisst bereits, dass einige Personen im Publikum Eure Argumentation kritisch hinterfragen werden.

Welche Fragen könnten kommen?

Und noch wichtiger: Wie könnt Ihr darauf reagieren?

Genau hier kann ein KI-Assistent die Rolle eines kritischen Gegenübers übernehmen. Statt die KI lediglich zu bitten, Eure Präsentation zusammenzufassen oder zu verbessern, gebt Ihr ihr bewusst die Aufgabe, Schwachstellen zu suchen und unangenehme Fragen zu formulieren.

Das kann beispielsweise vor Präsentationen, Vorträgen, Workshops oder Verhandlungen hilfreich sein.

Prompt zum Kopieren: Kritische Fragen für eine Präsentation simulieren

Ich muss morgen die folgende Präsentation halten: [Hier Präsentation hochladen oder das Thema nennen].

Ich weiß schon jetzt, dass im Publikum Leute sitzen werden, die mir kritisch gegenüberstehen und bewusst fiese Fragen zu meinen Inhalten stellen werden.

Versetze dich nun in die Rolle dieser Menschen und formuliere mir fünf kritische Fragen, die sie mir nach der Präsentation stellen könnten.

Formuliere zu jeder Frage auch eine sinnvolle Antwort, die ich geben könnte, um der Kritik entgegenzuwirken.

Den Präsentations-Prompt mit Folgefragen weiterentwickeln

Die fünf Fragen sind nur der Ausgangspunkt. Besonders wertvoll wird die Übung, wenn Ihr anschließend mit dem KI-Assistenten weiterarbeitet.

Ihr könnt beispielsweise nachhaken:

  • „Erkläre mir genauer, warum Frage 2 kritisch für meine Argumentation ist.“
  • „Gib mir drei alternative Antworten auf Frage 3.“
  • „Formuliere noch zehn deutlich kritischere Fragen.“
  • „Welche meiner Antworten könnte unglaubwürdig wirken?“
  • „Welche Fakten sollte ich kennen, bevor ich diese Präsentation halte?“
  • „Simuliere mit mir eine Fragerunde und stelle immer nur eine Frage. Warte anschließend auf meine Antwort und gib mir Feedback.“

Damit wird aus einem einzelnen Prompt eine Art Präsentationstraining.

Ihr könnt sogar eine komplette Q&A-Situation simulieren: Die KI stellt eine Frage, Ihr antwortet spontan und lasst anschließend Eure Antwort bewerten. So könnt Ihr nicht nur mögliche Fragen vorhersehen, sondern auch trainieren, ruhig und strukturiert darauf zu reagieren.

KI als Sparringspartner statt nur als Textgenerator nutzen

Alle drei Prompts zeigen einen wichtigen Punkt beim Einsatz generativer KI: KI-Assistenten müssen nicht ausschließlich dafür eingesetzt werden, neue Texte zu schreiben.

Sie können unterschiedliche Rollen innerhalb Eures Arbeitsprozesses übernehmen.

Nach einem Workshop kann die KI vorhandenes Wissen strukturieren und daraus Schulungsunterlagen erstellen. Aus einem Transkript kann ein ausführliches Handout entstehen. Vor einer Präsentation kann die KI wiederum zum kritischen Sparringspartner werden.

Damit verschiebt sich der Einsatz von KI vom einfachen „Schreib mir einen Text“ hin zur Unterstützung kompletter Arbeitsprozesse.

Gerade bei wiederkehrenden Workshops und Schulungen kann das viel Zeit sparen. Ein Workshop muss nicht jedes Mal bei null beginnen. Stattdessen könnt Ihr erfolgreiche Inhalte dokumentieren, strukturieren, weiterentwickeln und für andere Trainer reproduzierbar machen.

Datenschutz bei Workshop-Aufzeichnungen nicht vergessen

Wenn Ihr Workshops, Meetings oder Schulungen aufzeichnet, solltet Ihr einen Punkt unbedingt berücksichtigen: Die Teilnehmenden müssen vorab entsprechend informiert werden und die Aufnahme sowie weitere Verarbeitung müssen datenschutzkonform erfolgen.

Besonders vorsichtig solltet Ihr sein, wenn in einem Workshop personenbezogene, interne oder andere sensible Informationen vorkommen.

Prüft deshalb vor der Verarbeitung, welche Daten in der Aufnahme oder im Transkript enthalten sind und welches KI-System für diesen Anwendungsfall geeignet ist. Je nach Organisation und Daten können beispielsweise datenschutzorientierte KI-Lösungen oder interne Systeme notwendig sein.

Der praktische Nutzen einer automatisierten Dokumentation ist groß – Datenschutz und Vertraulichkeit sollten dabei aber von Anfang an Teil des Prozesses sein.

Fazit: Aus einer Präsentation kann mit KI deutlich mehr entstehen

Eine Präsentation oder ein Workshop ist nach dem letzten Slide nicht vorbei. Die darin enthaltenen Informationen können die Grundlage für zahlreiche weitere Inhalte bilden.

Mit den drei Prompts aus diesem Beitrag könnt Ihr KI an unterschiedlichen Stellen einsetzen: zur Dokumentation, zur Erstellung von Lernmaterialien und zur Vorbereitung auf schwierige Situationen.

Mein Tipp: Probiert die Prompts nicht nur einmal aus, sondern passt sie an Eure eigenen Prozesse an. Ergänzt Anforderungen an Struktur, Zielgruppe, Umfang oder Design und arbeitet anschließend mit Folgeprompts weiter.

Je genauer Ihr beschreibt, welches Ergebnis Ihr benötigt und für wen dieses Ergebnis gedacht ist, desto hilfreicher kann Euch ein KI-Assistent bei der Umsetzung unterstützen.


Weitere Fragen?

Ihr habt Fragen dazu? Gerne unterstütze ich euch, stehe als Sparring-Partner zur Verfügung und beantworte eure Fragen. Ich freue ich mich immer über eure Nachrichten, am liebsten per WhatsApp Nachricht oder als E-Mail.

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