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KI für Videos: Was heute wirklich möglich ist und wo die Grenzen liegen

*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.

Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.


Künstliche Intelligenz verändert aktuell nahezu jeden Bereich der Content-Erstellung. Besonders spannend finde ich die Entwicklungen im Videobereich. Fast täglich erscheinen neue Tools, die versprechen, Videos automatisch zu erstellen, zu bearbeiten oder sogar vollständig zu generieren.

Doch wie viel davon funktioniert wirklich in der Praxis?

Genau darüber habe ich in einer aktuellen Folge meines Podcasts mit Yannik Matzner gesprochen. Yannik betreut seit Jahren YouTube-Kanäle für Unternehmen und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie KI sinnvoll in der Videoproduktion eingesetzt werden kann. Auslöser für unser Gespräch war übrigens ein ganz persönliches Experiment: Ich hatte am Wochenende selbst versucht, einige KI-Videotools auszuprobieren – mit überschaubarem Erfolg.

Umso spannender war es, mit jemandem zu sprechen, der täglich mit diesen Technologien arbeitet und bereits komplette KI-generierte Imagefilme umgesetzt hat.

Kann man heute bereits Videos zu 100 Prozent mit KI erstellen?

Die kurze Antwort lautet: Ja.

Die spannendere Antwort lautet: Es kommt darauf an, wofür.

Yannik sieht durchaus Anwendungsfälle, in denen vollständig KI-generierte Videos sinnvoll sein können. Besonders bei Unternehmen, die Produkte vermarkten oder einen kreativen Imagefilm produzieren möchten, bieten sich heute Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Anders sieht es jedoch bei Geschäftsmodellen aus, die stark auf Vertrauen und persönliche Beziehungen setzen. Als Coach, Beraterin, Agentur oder Personal Brand lebt die Kommunikation von Persönlichkeit, Erfahrung und Authentizität. Hier kann ein KI-Avatar zwar Inhalte vermitteln, aber das Vertrauen eines echten Menschen nur schwer ersetzen.

Für meinen eigenen YouTube-Kanal würde ich deshalb aktuell ebenfalls weiterhin auf echte Menschen statt auf vollständig KI-generierte Avatare setzen.

Ein KI-generierter Imagefilm als Praxisbeispiel

Besonders beeindruckend fand ich ein Projekt, von dem Yannik im Podcast berichtet hat.

Sein Team hat für einen Kunden einen kompletten Imagefilm mit KI erstellt. Dabei wurden sowohl das Voiceover als auch die Filmsequenzen mithilfe von KI generiert. Das Ergebnis war bewusst nicht darauf ausgelegt, einen realen Film perfekt zu imitieren. Stattdessen wurde ein kreativer Stil gewählt, der an Matrix erinnerte und damit eine ganz eigene visuelle Sprache entwickelte.

Für mich zeigt dieses Beispiel sehr deutlich: KI muss nicht immer versuchen, Realität perfekt nachzubilden. Oft entstehen die spannendsten Ergebnisse gerade dann, wenn man die kreativen Möglichkeiten bewusst nutzt und einen eigenen Stil entwickelt.

Die Idee kommt weiterhin vom Menschen

Ein Punkt, der mir während des Gesprächs besonders wichtig erschien: Die eigentliche Kreativität entsteht nach wie vor beim Menschen.

Die KI entwickelt nicht automatisch eine überzeugende Storyline. Sie kann Ideen ausarbeiten, Vorschläge machen oder Inhalte verfeinern. Die Grundidee, die Botschaft und die strategische Ausrichtung müssen jedoch weiterhin von uns kommen.

Gerade bei KI-generierten Videos wird die Geschichte hinter dem Video sogar noch wichtiger.

Warum?

Weil viele Menschen KI-Inhalten gegenüber noch skeptisch sind. Wenn Zuschauer merken, dass ein Video mit KI erstellt wurde, erwarten sie häufig einen besonderen Mehrwert. Die Qualität muss deshalb oft höher sein als bei einem klassischen Video.

Spart KI bei Videos wirklich Zeit?

Eine Frage, die mir besonders wichtig war: Wird die Produktion durch KI tatsächlich effizienter?

Yanniks Antwort hat mich überrascht.

Der von seinem Team produzierte KI-Imagefilm war nach seiner Einschätzung ungefähr zehnmal aufwendiger als ein klassisches Video. Über mehrere Monate hinweg wurden Sequenzen generiert, Feedbackschleifen durchlaufen und zahlreiche Anpassungen vorgenommen.

Das zeigt sehr deutlich, dass wir uns aktuell noch in einer Übergangsphase befinden.

KI spart nicht automatisch Produktionszeit. Stattdessen verschiebt sich der Aufwand häufig in andere Bereiche:

  • Entwicklung der Storyline
  • Erstellung und Optimierung von Prompts
  • Auswahl geeigneter Szenen
  • Qualitätssicherung
  • Feedbackschleifen

Trotzdem gibt es einen wichtigen Vorteil.

Warum KI-Imagefilme für Unternehmen interessant sein können

Auch wenn die Produktion aufwendig bleibt, reduziert sich der Aufwand für die beteiligten Personen erheblich.

Als Unternehmerin oder Unternehmer muss man beispielsweise:

  • keinen Videodreh organisieren
  • nicht vor der Kamera stehen
  • keine Drehtage blockieren
  • keine aufwendige Produktion koordinieren

Gerade für einmalige Projekte kann das eine sehr interessante Lösung sein.

KI in der Videobearbeitung: Hier sehe ich aktuell den größten Nutzen

Während vollständig KI-generierte Videos noch vergleichsweise aufwendig sind, sehe ich bereits heute enormes Potenzial bei der Weiterverarbeitung bestehender Inhalte.

Yannik hat hier einige spannende Anwendungsfälle genannt, die auch viele Unternehmen direkt umsetzen können.

Aus Podcasts automatisch Shorts erstellen

Längere Formate wie Podcasts oder Interviews lassen sich inzwischen relativ einfach in verschiedene Kurzformate überführen:

  • YouTube Shorts
  • Instagram Reels
  • LinkedIn-Videos
  • TikTok-Clips

Die KI analysiert das Gespräch und schlägt passende Ausschnitte vor. Dennoch sollte man die Ergebnisse immer prüfen. Nicht jeder automatisch ausgewählte Ausschnitt eignet sich tatsächlich für die Veröffentlichung.

Aus Videos Blogbeiträge erstellen

Ein Use Case, den wir natürlich besonders mögen: die Umwandlung von Videotranskripten in Blogbeiträge.

Aus einem einzigen Video können entstehen:

  • Blogartikel
  • Social-Media-Beiträge
  • Newsletter
  • Zusammenfassungen
  • SEO-Inhalte

Dadurch lässt sich hochwertiger Content deutlich effizienter mehrfach nutzen.

Visualisierungen und B-Roll erstellen

Auch bei ergänzenden Inhalten bietet KI mittlerweile große Vorteile.

Dazu gehören:

  • Grafiken
  • Illustrationen
  • Animationen
  • B-Roll-Sequenzen
  • visuelle Erklärungen

Komplexe Sachverhalte lassen sich dadurch deutlich einfacher verständlich machen.

Welche KI-Tools empfiehlt Yannik aktuell?

Natürlich haben wir auch über konkrete Tools gesprochen.

Aktuell arbeitet beziehungsweise experimentiert Yannik unter anderem mit folgenden Lösungen:

Für Videogenerierung und B-Roll

  • Higgsfield

Für Voiceovers

  • ElevenLabs

Für die Erstellung von Shorts und Clips

  • Riverside
  • Opus Clip
  • Descript

Mein wichtigstes Learning dabei: Das Tool allein erzeugt noch keinen guten Content. Entscheidend bleibt, wie sinnvoll man die Technologie in den eigenen Workflow integriert.

Wie zuverlässig sind KI-Transkriptionen inzwischen?

Die Qualität hat sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert.

Trotzdem empfiehlt Yannik, jedes Transkript noch einmal zu überprüfen. Besonders folgende Faktoren können die Genauigkeit beeinflussen:

  • undeutliche Aussprache
  • Dialekte
  • Hintergrundgeräusche
  • Fachbegriffe
  • Sprachwechsel

Interessant fand ich auch seinen Hinweis, dass viele Tools ursprünglich für den englischsprachigen Markt entwickelt wurden. Deutsch wird mittlerweile zwar sehr gut unterstützt, Englisch liefert jedoch häufig noch etwas präzisere Ergebnisse.

Wie verändert KI die Zukunft von YouTube?

Ein besonders spannender Teil unseres Gesprächs drehte sich um die Zukunft von Content-Plattformen.

Eine Frage, die viele beschäftigt:

Werden wir künftig überhaupt noch erkennen können, ob ein Video von einem Menschen oder einer KI erstellt wurde?

Yannik geht davon aus, dass diese Unterscheidung zunehmend schwieriger wird. Gleichzeitig arbeiten Plattformen wie YouTube bereits daran, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen und entsprechende Regelwerke zu etablieren.

Warum Authentizität wichtiger wird statt unwichtiger

Besonders interessant fand ich einen Trend, den Yannik aktuell auf YouTube beobachtet.

Vor einigen Jahren waren aufwendig produzierte, cinematische Videos oft besonders erfolgreich. Heute performen häufig deutlich authentischere Formate besser:

  • direkte Gespräche in die Kamera
  • persönliche Erfahrungen
  • echte Geschichten
  • spontane Einblicke

Menschen suchen zunehmend nach Echtheit. Und genau dort hat KI aktuell noch ihre größten Herausforderungen. Emotionen, Persönlichkeit und gelebte Erfahrungen lassen sich nur begrenzt automatisieren.

Neue KI-Funktionen bei YouTube

Auch YouTube selbst integriert immer mehr KI-Funktionen.

Besonders relevant finde ich aktuell zwei Entwicklungen.

Automatische Videoübersetzungen

YouTube kann Videos inzwischen automatisch in andere Sprachen übersetzen – inklusive Voiceover.

Dadurch können hochwertige Inhalte deutlich einfacher internationale Zielgruppen erreichen.

Die Suchfunktion wird zum KI-Assistenten

Die klassische Keyword-Suche entwickelt sich zunehmend zu einer dialogorientierten Suche.

Anstatt einzelne Begriffe einzugeben, beschreiben Nutzer künftig ihr Problem oder ihre Frage. Die KI sucht anschließend passende Videos, die dieses Problem lösen können.

Das bedeutet auch für Unternehmen und Creator, dass Inhalte noch stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet werden müssen.

Meine wichtigsten Learnings aus dem Gespräch mit Yannik Matzner

Wenn ich unser Gespräch zusammenfassen müsste, wären das meine fünf wichtigsten Erkenntnisse:

  1. KI kann bereits heute beeindruckende Videos erstellen.
  2. Die kreative Idee kommt weiterhin vom Menschen.
  3. Vollständig KI-generierte Videos sind aktuell oft aufwendiger als gedacht.
  4. Der größte Mehrwert liegt momentan in der Weiterverarbeitung bestehender Inhalte.
  5. Authentizität bleibt auch in einer KI-Welt einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Fazit: Die Zukunft gehört der Kombination aus Mensch und KI

Nach meinem Gespräch mit Yannik bin ich mehr denn je überzeugt, dass KI die Videoproduktion nachhaltig verändern wird.

Gleichzeitig zeigt die Praxis sehr deutlich: Erfolgreicher Content entsteht nicht allein durch Technologie. Gute Geschichten, relevante Inhalte und echte Persönlichkeit bleiben entscheidende Erfolgsfaktoren.

Wer KI gezielt als Unterstützung einsetzt, kann Prozesse beschleunigen, Inhalte effizienter nutzen und neue kreative Möglichkeiten erschließen. Wer dagegen hofft, den gesamten Content-Prozess vollständig zu automatisieren, wird aktuell noch schnell an Grenzen stoßen.

Die spannendste Entwicklung liegt deshalb wahrscheinlich nicht in der Frage Mensch oder KI – sondern darin, wie wir beide Stärken sinnvoll miteinander kombinieren. zu verwenden.


Weitere Fragen?

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