Ein Beitrag von Sophie Hundertmark
Sophie Hundertmark ist Expertin für den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Schwerpunkt auf Chatbots, AI-Strategien und verantwortungsvoller Technologieintegration. Sie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und schreibt derzeit ihre Dissertation im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Als Beraterin begleitet sie Unternehmen, Verwaltungen und Bildungsinstitutionen bei der Einführung wirksamer KI-Lösungen. Mehr zu Sophie Hundertmark auf LinkedIn.
Zur sprachlichen und stilistischen Erstellung – ebenso wie zur Übersetzung – wurde ein CustomGPT eingesetzt. Dieses basiert auf dem Sprachmodell GPT-5 von OpenAI und wurde von Sophie Hundertmark persönlich entwickelt.
Googeln – für viele von uns ist das seit Jahren gleichbedeutend mit „im Internet etwas suchen“. Doch stimmt das 2025 eigentlich noch? Laut der aktuellen State of Search Studie von Claneo verändert sich das deutschsprachige Suchverhalten rasant. Neben klassischen Suchmaschinen wie Google holen KI-Chatbots wie ChatGPT und spezialisierte KI-Suchmaschinen wie Perplexity deutlich auf. In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie sich die Nutzung verschiebt, welche Stärken die einzelnen Plattformen haben und warum Sichtbarkeit im KI-Zeitalter vor allem eine Frage von Vertrauen ist.
Hintergrund der Studie: Wer hat sie gemacht und wie?
Die Basis für diesen Beitrag ist die State of Search Studie 2024, die von Claneo, einer Berliner Digitalagentur mit Schwerpunkt Search- und Content-Marketing, durchgeführt wurde. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Appinio wurden dafür 2.000 Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.
Die Fragestellungen drehten sich um:
- Nutzungsfrequenz von Suchmaschinen, KI-Chatbots und KI-Suchmaschinen
- Einsatzgebiete (z. B. Produktsuche, komplexe Fragestellungen, einfache Informationen)
- Wahrnehmung der Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Plattformen
Besonders spannend finde ich: Die Studie basiert nicht nur auf theoretischen Annahmen, sondern auf konkretem Nutzerverhalten und zeigt so, wie stark KI schon jetzt in unserem Alltag angekommen ist.
Wie oft nutzen wir Google, ChatGPT & Co.?
Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich: Google bleibt zwar unangefochten die Nummer eins, aber die KI-gestützten Alternativen holen massiv auf.
- Google bleibt dominant: 77 % der Deutschen nutzen Suchmaschinen mehrmals wöchentlich. Google ist damit nach wie vor das Standard-Tool, wenn es um alltägliche Recherchen geht.
- ChatGPT wächst stark: 33 % der Befragten greifen inzwischen regelmäßig auf KI-Chatbots zurück – ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr.
- Perplexity und andere KI-Suchmaschinen: Noch sind sie kleiner in der Reichweite, aber dafür wachsen sie besonders dynamisch. Nutzer schätzen die Kombination aus KI-generierten Antworten und klaren Quellenangaben.
Damit sehen wir: Während Google weiterhin das Fundament unserer Suchgewohnheiten bildet, verschiebt sich die Aufmerksamkeit spürbar in Richtung KI-basierter Alternativen.
Wofür nutzen wir welche Plattformen?
Noch spannender wird es, wenn wir uns anschauen, wofür wir die einzelnen Plattformen nutzen. Die Studie zeigt: Das Suchverhalten differenziert sich immer stärker.
- Einfache Informationen: Hier dominiert Google mit 50,51 %. Wer eine schnelle Antwort sucht, klickt reflexartig auf die Suchmaschine.
- Komplexe Fragestellungen: Google liegt mit 40,29 % nur noch knapp vor ChatGPT mit 38,55 %. Perplexity & Co. erreichen 28,09 %.
- Produktsuche: Google und Amazon führen klar, KI-Systeme spielen aktuell nur eine Nebenrolle.
Das Bild ist eindeutig: Während Google bei Standardfragen und Kaufentscheidungen dominiert, drängen KI-gestützte Plattformen bei komplexen Fragestellungen immer stärker nach vorne.
Google oder KI-Chatbot? Ein Vergleich
- Google überzeugt durch Geschwindigkeit, Breite und Aktualität.
- ChatGPT spart uns die Filterarbeit und liefert Antworten im Gesprächsstil.
- Perplexity verbindet KI-Antworten mit Quellenangaben – ein entscheidender Pluspunkt für Transparenz.
Damit wird klar: Die Wahl der Plattform hängt vom Nutzungskontext ab. Es geht nicht mehr darum, ob wir Google oder KI verwenden, sondern wann und wofür wir welches Tool einsetzen.
Von SEO zu AI-Sichtbarkeit: Vertrauen als neue Währung
Früher hieß Sichtbarkeit: Auf Seite 1 bei Google stehen. Heute bedeutet Sichtbarkeit: Teil der Antwort von ChatGPT, Perplexity oder einem anderen KI-System sein. Genau hier liegt die große Herausforderung – und Chance – für Unternehmen.
KIs entscheiden, welche Inhalte in Antworten auftauchen. Sie bewerten, ob eine Quelle vertrauenswürdig, relevant und konsistent ist. Nur wer diese Kriterien erfüllt, wird in Zukunft sichtbar sein. Das bedeutet: SEO allein reicht nicht mehr.
Statt reiner Keyword-Optimierung geht es um Kontext und Problemlösung. KI-Systeme verstehen, was Nutzer wirklich meinen – sie suchen nicht nach einem „Bohrer“, sondern nach einer Lösung, um ein Bild aufzuhängen. Inhalte müssen diese Intention adressieren.
Das Framework „AI Chat Management“ zeigt, wie Unternehmen sich darauf vorbereiten können:
- LLMO (Large Language Model Optimization): Inhalte so strukturieren, dass Maschinen sie technisch verstehen.
- GAIO (Generative AI Optimization): Inhalte so schreiben, dass sie in KI-Dialogen funktionieren.
- AI Chat Management: Den strategischen Rahmen schaffen, der Technik, Inhalte und Reputation verbindet.
Die Basis all dessen ist Vertrauen. Wer als Marke nahbar wirkt, Kompetenz zeigt und von anderen zitiert wird, hat die besten Chancen, in KI-Antworten aufzutauchen – und damit im neuen Suchökosystem sichtbar zu bleiben.
Fazit
Die Zahlen zeigen eindeutig: Google ist noch der Platzhirsch, aber ChatGPT und Perplexity holen rasant auf. Gleichzeitig verändert sich die Definition von Sichtbarkeit: Es geht nicht mehr nur um SEO, sondern um AI-Sichtbarkeit – und damit um Vertrauen. Wer heute Inhalte schafft, muss nicht nur Google im Blick haben, sondern auch die KI-Systeme, die immer öfter unsere erste Anlaufstelle für Informationen sind.
Oder in einem Satz:
Die Zukunft schreibt keine Links mehr – sie schreibt Antworten.
Wenn ihr Fragen habt oder das Thema vertiefen wollt, meldet euch gern direkt bei mir – ich freue mich auf eure Nachricht.
am liebsten per WhatsApp Nachricht oder als E-Mail.
Weitere Infos dazu:
SEO 2025: So wirst du mit ChatGPT, Perplexity & Co sichtbar in AI-Suchen. Ein Beitrag inkl. Video-Interview mit Prof. Dr. Nils Hafner.
Revolutioniert Eure Unternehmenssichtbarkeit mit AI Chat Management. Verschiedene Angebote zum Starten.
Häufige Fragen
Was versteht man unter AI Chat Management?
AI Chat Management ist die Strategie, wie Unternehmen ihre Inhalte so aufbereiten, dass sie in KI-Antworten (z. B. ChatGPT, Perplexity, Gemini) sichtbar und vertrauenswürdig erscheinen.
Warum reicht klassisches SEO heute nicht mehr aus?
Weil KI nicht mehr nach Keywords sucht, sondern nach Kontext und Intention. Wer nur Keywords optimiert, bleibt in Antworten unsichtbar.
Wie unterscheidet sich AI Chat Management von SEO?
SEO optimiert für Linklisten bei Google. AI Chat Management optimiert für direkte Antworten in KI-Systemen – mit Fokus auf Relevanz, Resonanz und Vertrauen.
Was sind die drei Säulen von AI Chat Management?
Relevanz (Probleme der Kunden lösen), Resonanz (von anderen zitiert und geteilt werden) und Vertrauen (konsistente, glaubwürdige Inhalte).
Wie baut man Vertrauen in KI-Antworten auf?
Durch klare Quellen, aktuelle Daten, strukturierte Inhalte und eine konsistente Markenidentität über alle Kanäle hinweg.
Welche Rolle spielen strukturierte Daten (Schema.org, JSON-LD)?
Sie helfen KI-Systemen, Inhalte eindeutig zu erkennen, richtig zuzuordnen und als vertrauenswürdig einzustufen.
Wie können Unternehmen mit AI Chat Management starten?
Mit einem Playbook: Analyse (0–30 Tage), Inhalte verbessern (30–60 Tage), Technik und Reputation stärken (60–90 Tage).
Welche neuen Kennzahlen gibt es für AI Chat Management?
Beispiele sind: Share of LLM (Anteil in KI-Antworten), Zero-Click Visibility, AI Citation Quality und Konsistenz der Aussagen.
Für wen ist AI Chat Management relevant?
Für jedes Unternehmen, das online sichtbar sein möchte – egal ob Konzern oder KMU. Kunden suchen zunehmend über KI-Systeme.
Welche Vorteile bringt AI Chat Management langfristig?
Mehr Sichtbarkeit in KI-Antworten, höhere Glaubwürdigkeit, stärkere Kundenbindung und eine zukunftssichere Marketingstrategie.
Worin unterscheiden sich Google, ChatGPT und Perplexity?
Google liefert eine breite Auswahl an Informationen und ist besonders stark bei Aktualität und Produktsuchen.
ChatGPT bietet dialogbasierte Antworten, die komplexe Inhalte verständlich zusammenfassen.
Perplexity kombiniert KI-Antworten mit klaren Quellenangaben und punktet dadurch mit Transparenz.
Warum spielt Vertrauen für AI-Sichtbarkeit eine so große Rolle?
KI-Systeme integrieren nur Quellen, die sie als zuverlässig und relevant einstufen. Damit Inhalte in ChatGPT oder Perplexity sichtbar werden, müssen sie konsistent, nachvollziehbar und vertrauenswürdig sein. Vertrauen wird so zur neuen „Währung der Sichtbarkeit“.
Was bedeutet AI-Sichtbarkeit für Unternehmen konkret?
Früher ging es darum, bei Google auf Seite 1 zu erscheinen. Heute bedeutet Sichtbarkeit, in den Antworten von KI-Systemen präsent zu sein. Dafür braucht es eine Mischung aus technischer Optimierung (LLMO), dialogfähigen Inhalten (GAIO) und einer klaren Vertrauensstrategie (AI Chat Management).
Werden KI-Chatbots Google langfristig verdrängen?
Wahrscheinlich nicht vollständig. Stattdessen wird sich ein Hybridmodell etablieren: Für schnelle Informationen bleibt Google unser Standard, während wir bei komplexeren Fragen oder für kontextreiche Antworten verstärkt KI-Chatbots nutzen.



