*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.
Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.
ChatGPT entwickelt sich zunehmend von einem klassischen KI-Chatbot zu einer umfassenden Arbeitsumgebung. Mit ChatGPT Work könnt Ihr nicht nur Texte erstellen und komplexe Fragestellungen bearbeiten, sondern auch eigene Schreibstile hinterlegen, externe Systeme anbinden und Office-Dokumente erstellen.
Ich habe ChatGPT Work in den vergangenen Wochen intensiv genutzt und dabei viele Aufgaben parallel auch mit Claude bearbeitet. In diesem Beitrag zeige ich Euch, welche Funktionen besonders interessant sind, wo ich Unterschiede zwischen den beiden KI-Lösungen sehe und warum Ihr beim Einsatz der Plugins unbedingt den Datenschutz im Blick behalten solltet.
Was ist ChatGPT Work?
ChatGPT Work ist eine Arbeitsumgebung innerhalb von ChatGPT, die Ihr in der Webversion auswählen könnt. Statt ausschließlich einen klassischen Chat zu starten, könnt Ihr Work für umfangreichere Arbeitsaufgaben nutzen.
Besonders interessant ist dabei, dass verschiedene Funktionen miteinander kombiniert werden können. Dazu gehören unter anderem eigene Schreibstile und Skills, Plugins beziehungsweise Verbindungen zu anderen Systemen sowie die Erstellung von Dokumenten.
Damit entwickelt sich ChatGPT immer stärker zu einem Werkzeug, mit dem sich komplette Arbeitsprozesse unterstützen lassen.
Einen eigenen Schreibstil in ChatGPT Work entwickeln
Eine Funktion, die mir besonders gut gefällt, ist die Möglichkeit, einen eigenen Schreibstil zu entwickeln.
Wenn Ihr ChatGPT Work zum ersten Mal verwendet, könnt Ihr direkt dabei unterstützt werden, Euren persönlichen Schreibstil zu definieren. ChatGPT führt Euch dafür durch einen Dialog und fragt beispielsweise ab, wie Texte formuliert und strukturiert sein sollen.
Der erstellte Schreibstil lässt sich anschließend als Skill hinterlegen und später erneut verwenden.
Das ist insbesondere dann interessant, wenn Ihr regelmäßig ähnliche Inhalte erstellt. Statt bei jedem neuen Chat erneut ausführlich zu erklären, welche Tonalität, Wortwahl oder Struktur Ihr bevorzugt, könnt Ihr auf Euren bereits definierten Schreibstil zurückgreifen.
Für Unternehmen eröffnet das ebenfalls interessante Möglichkeiten. Denkbar sind beispielsweise Skills für unterschiedliche Textarten, Zielgruppen oder Kommunikationsaufgaben.
Plugins verbinden ChatGPT Work mit anderen Systemen
Eine weitere spannende Entwicklung sind die Plugins beziehungsweise Integrationen. Darüber könnt Ihr ChatGPT Work mit verschiedenen externen Systemen verbinden.
Dazu gehören beispielsweise Outlook, Gmail und SharePoint sowie weitere Anwendungen.
Dadurch kann ChatGPT wesentlich stärker in bestehende Arbeitsprozesse eingebunden werden. Je nach angebundenem System können beispielsweise Informationen aus anderen Anwendungen genutzt oder E-Mails verarbeitet werden.
Genau an dieser Stelle zeigt sich für mich ein großer Vorteil von ChatGPT Work: Informationen müssen nicht mehr zwangsläufig manuell zwischen verschiedenen Anwendungen übertragen werden. Stattdessen kann die KI stärker auf die Systeme zugreifen, in denen Ihr ohnehin arbeitet.
Datenschutz bei Plugins und Integrationen beachten
So praktisch diese Integrationen sind, so wichtig ist gleichzeitig ein kritischer Blick auf den Datenschutz.
Wenn Ihr ChatGPT Zugriff auf E-Mails, Dateien, SharePoint oder andere Systeme gebt, solltet Ihr Euch vorher genau damit auseinandersetzen, welche Informationen verarbeitet werden dürfen und welche nicht.
Gerade im Unternehmenskontext solltet Ihr deshalb nicht einfach möglichst viele Systeme verbinden, nur weil es technisch möglich ist. Prüft vorher Eure internen Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben und klärt, welche Daten Ihr über die jeweilige KI-Lösung verarbeiten dürft.
Der praktische Nutzen der Integrationen ist groß. Gleichzeitig sollte Datenschutz bei der Entscheidung für oder gegen eine Verbindung immer mitgedacht werden.
ChatGPT Work und Claude im direkten Vergleich
In den vergangenen Wochen habe ich viele meiner Aufgaben sowohl mit ChatGPT Work als auch mit Claude bearbeitet. Dadurch konnte ich die Ergebnisse unmittelbar miteinander vergleichen.
Mein Eindruck: ChatGPT Work liefert mittlerweile bei vielen Aufgaben sehr gute Ergebnisse und kann auch komplexere Themen bearbeiten.
Bei der Art und Weise, wie ChatGPT antwortet, gefallen mir die Ergebnisse in der Regel sehr gut. Beim Tiefgang der Antworten hatte Claude in meinen Tests allerdings teilweise noch einen Vorteil.
Das bedeutet nicht, dass eines der Systeme grundsätzlich besser ist. Vielmehr zeigt der Vergleich, dass es weiterhin stark von der jeweiligen Aufgabe abhängt, welches KI-Modell die besseren Ergebnisse liefert.
Gerade bei wichtigen oder komplexen Aufgaben kann es deshalb interessant sein, verschiedene Modelle parallel zu testen.
Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien direkt mit ChatGPT erstellen
Ein Punkt, bei dem ChatGPT inzwischen deutlich aufgeholt hat, ist die Erstellung von Office-Dokumenten.
Word-Dokumente, Excel-Dateien und sogar PowerPoint-Präsentationen können direkt mit ChatGPT erstellt und ansprechend formatiert werden.
Das ist aus meiner Sicht eine wichtige Weiterentwicklung. Lange Zeit war die Erstellung gut nutzbarer Dateien ein Bereich, in dem andere KI-Lösungen wie Claude Vorteile hatten.
Mittlerweile erstellt ChatGPT Dokumente nicht nur inhaltlich, sondern kann sie auch so formatieren, dass Ihr sie anschließend gut weiterverwenden könnt. Gerade bei Präsentationen ist das relevant: Eine PowerPoint-Datei sollte schließlich nicht nur die richtigen Inhalte enthalten, sondern auch so gestaltet sein, dass Ihr tatsächlich gerne damit präsentiert.
Natürlich solltet Ihr die Ergebnisse weiterhin prüfen und gegebenenfalls an Euer eigenes Corporate Design oder Eure individuellen Anforderungen anpassen. Als Grundlage können die generierten Dokumente jedoch bereits viel Arbeit abnehmen.
Für welche Aufgaben lohnt sich ChatGPT Work?
Nach meinen bisherigen Erfahrungen sehe ich vor allem drei Bereiche, in denen ChatGPT Work interessant ist:
- Komplexe Aufgaben bearbeiten: Ihr könnt umfangreichere Fragestellungen bearbeiten und unterschiedliche KI-Modelle dafür einsetzen.
- Wiederkehrende Arbeitsweisen über Skills abbilden: Ein eigener Schreibstil oder andere Skills helfen dabei, Eure Anforderungen nicht bei jeder Aufgabe neu definieren zu müssen.
- Arbeitsprozesse und Systeme verbinden: Über Plugins können weitere Anwendungen eingebunden und Informationen aus bestehenden Systemen genutzt werden.
Hinzu kommt die Möglichkeit, direkt nutzbare Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien zu erstellen.
Damit wird ChatGPT zunehmend zu einer Arbeitsumgebung, in der nicht nur einzelne Antworten generiert, sondern komplette Arbeitsergebnisse erstellt werden können.
Mein Fazit nach den ersten Wochen mit ChatGPT Work
Wenn Ihr bisher vor allem deshalb bei anderen KI-Tools geblieben seid, weil ChatGPT keine gut nutzbaren Office-Dokumente erstellen konnte, lohnt sich ein erneuter Blick. In diesem Bereich hat sich einiges getan.
Gleichzeitig empfehle ich Euch, die neuen Plugins und Skills genauer anzuschauen. Besonders ein eigener Schreibstil kann für wiederkehrende Aufgaben sehr interessant sein. Die Anbindung externer Systeme eröffnet ebenfalls viele neue Möglichkeiten, sollte aber immer unter Berücksichtigung von Datenschutz und Informationssicherheit erfolgen.
Mein Vergleich mit Claude zeigt außerdem: Beide Lösungen haben ihre Stärken. ChatGPT Work überzeugt mich besonders durch die Kombination aus guter Antwortqualität, Dokumentenerstellung, Skills und der Möglichkeit, weitere Systeme einzubinden. Beim Tiefgang der Antworten gefällt mir Claude bei manchen Aufgaben weiterhin besser.
Für mich lohnt es sich deshalb, nicht nur auf ein einzelnes KI-Tool zu setzen, sondern die Entwicklung verschiedener Lösungen zu beobachten und je nach Aufgabe zu entscheiden, welches Werkzeug am besten geeignet ist.
Weitere Fragen?
Ihr habt Fragen dazu? Gerne unterstütze ich euch, stehe als Sparring-Partner zur Verfügung und beantworte eure Fragen. Ich freue ich mich immer über eure Nachrichten, am liebsten per WhatsApp Nachricht oder als E-Mail.
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