*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.
Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.
Bei ChatGPT verändert sich aktuell einiges – und manchmal ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Funktionen kommen hinzu, die Oberfläche verändert sich und je nach Abo können unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
In meinem aktuellen Update sind vor allem zwei Neuerungen spannend: ChatGPT Sites und ChatGPT Work. Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch einen Überblick über die aktuelle ChatGPT-Oberfläche zu geben. Denn neben den neuen Funktionen gibt es inzwischen viele weitere Möglichkeiten, die vielleicht noch nicht jeder von euch kennt.
ChatGPT Sites: Webseiten direkt mit ChatGPT erstellen
Eine der spannenden Neuerungen sind ChatGPT Sites. Ihr findet den Bereich über „Mehr“ in der Seitenleiste von ChatGPT. Dort könnt ihr eine neue Seite erstellen oder bereits erstellte Seiten aufrufen.
Das Prinzip ist einfach: Ihr beschreibt ChatGPT in einem Prompt, welche Webseite ihr benötigt und welches Ziel ihr damit verfolgt.
Ich habe das selbst getestet und ChatGPT damit beauftragt, eine Webseite über mich und meine berufliche Tätigkeit zu erstellen, mit dem Ziel, potenzielle neue Kunden anzusprechen.
Innerhalb von ungefähr zehn Minuten entstand daraus eine einfache, aber durchaus ansprechende Webseite. ChatGPT hat sich dabei unter anderem an meiner bestehenden Webseite orientiert, Texte und Bilder übernommen, die Inhalte neu strukturiert und auch eigene Texte ergänzt.
Interessant fand ich dabei vor allem, dass ChatGPT selbst entschieden hat, welche Schwerpunkte es setzt und wie bestimmte Inhalte miteinander verknüpft werden.
Für welche Webseiten eignet sich ChatGPT Sites?
Nach meinen ersten Tests sehe ich ChatGPT Sites vor allem als Werkzeug für schnelle Entwürfe und kurzfristige Webseiten.
Wenn ihr beispielsweise eine Idee für eine neue Webseite habt und zunächst sehen möchtet, wie diese aussehen könnte, könnt ihr innerhalb kurzer Zeit einen ersten Prototyp erstellen.
Auch für eine kurzfristige Eventseite oder eine einfache Landingpage kann die Funktion interessant sein.
Für eine langfristige und produktive Unternehmenswebseite würde ich aktuell allerdings noch andere Wege bevorzugen. Ein Punkt ist beispielsweise die spezielle URL der erstellten Seiten, die für einen professionellen Außenauftritt oder die Suchmaschinenoptimierung nicht unbedingt ideal ist.
Eine Alternative kann sein, mit Unterstützung eines KI-Assistenten eine eigene HTML-Seite zu entwickeln und diese anschließend beim eigenen Hoster hochzuladen. Das erfordert etwas mehr Aufwand, bietet euch dafür aber mehr Kontrolle über URL, Hosting und die weitere Entwicklung.
Mein Zwischenfazit zu ChatGPT Sites lautet deshalb: Für einen schnellen ersten Entwurf oder eine kurzfristig benötigte Seite ist die Funktion spannend. Für eine dauerhaft produktive Webseite solltet ihr die aktuellen Grenzen berücksichtigen.
ChatGPT Work: Vom Chat zur Arbeitsumgebung
Die zweite wichtige Neuerung ist ChatGPT Work. Je nach Account könnt ihr in der Webversion zwischen dem klassischen Chat und Work wechseln.
ChatGPT Work geht dabei über die klassische Unterhaltung mit einem KI-Assistenten hinaus. Der Bereich ist stärker darauf ausgerichtet, komplexere Aufgaben und Arbeitsprozesse mit ChatGPT umzusetzen.
Nach meinen ersten Wochen mit ChatGPT Work habe ich damit bereits zahlreiche umfangreichere Aufgaben bearbeitet. Besonders interessant ist für mich dabei die Kombination verschiedener Funktionen innerhalb einer Arbeitsumgebung.
Eigene Schreibstile und Skills in ChatGPT Work
Eine spannende Möglichkeit in ChatGPT Work sind Skills. Ihr könnt beispielsweise einen eigenen Schreibstil entwickeln.
ChatGPT führt euch dafür durch einen Dialog und fragt ab, wie eure Texte formuliert sein sollen. Aus diesen Informationen kann anschließend ein eigener Schreibstil entstehen, den ihr für weitere Aufgaben wiederverwenden könnt.
Das ist besonders interessant, wenn ihr regelmäßig ähnliche Texte erstellt. Statt in jedem Prompt erneut zu erklären, wie ein Ergebnis formuliert sein soll, könnt ihr bestimmte Anforderungen als wiederverwendbaren Skill hinterlegen.
Damit geht ChatGPT einen weiteren Schritt in Richtung individueller KI-Arbeitsumgebung.
Plugins verbinden ChatGPT Work mit weiteren Systemen
In ChatGPT Work spielen außerdem Plugins eine wichtige Rolle. Über diese könnt ihr – abhängig von den verfügbaren Integrationen – weitere Systeme mit ChatGPT verbinden.
Dazu können beispielsweise Outlook, Gmail, SharePoint oder andere Arbeits- und Cloud-Systeme gehören.
Das eröffnet interessante Möglichkeiten. Wenn ChatGPT auf Informationen aus euren bestehenden Systemen zugreifen kann, müsst ihr Daten nicht für jede Aufgabe manuell zwischen verschiedenen Anwendungen hin- und herkopieren.
Genau hier wird allerdings auch das Thema Datenschutz besonders relevant.
Wenn ihr ChatGPT Zugriff auf ein E-Mail-Postfach, einen Cloud-Speicher oder andere Unternehmenssysteme gebt, solltet ihr euch bewusst machen, welche Daten dadurch zugänglich werden. Prüft deshalb genau, welche Systeme ihr verbindet und welche Informationen dort enthalten sind.
Dokumente mit ChatGPT erstellen
Eine weitere Möglichkeit, die für die Arbeit mit ChatGPT interessant ist: Ihr könnt inzwischen auch Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente erstellen und formatieren lassen.
Das Ergebnis ist nicht zwingend genauso aufgebaut, wie ihr es selbst gestalten würdet. Die Dateien können aber bereits so aufbereitet sein, dass ihr sie anschließend gut weiterverwenden könnt.
Gerade wenn ihr ChatGPT bisher vor allem zur Erstellung von Inhalten genutzt und diese anschließend manuell in Word, Excel oder PowerPoint übertragen habt, lohnt es sich, diese Möglichkeit einmal auszuprobieren.
Was kann ChatGPT darüber hinaus aktuell alles?
Neben ChatGPT Sites und ChatGPT Work gibt es viele weitere Funktionen in der aktuellen ChatGPT-Oberfläche.
Wichtig dabei: Diese Funktionen sind nicht alle mit dem August-Update neu hinzugekommen. Einige davon gibt es bereits länger. Da sich die Oberfläche jedoch regelmäßig verändert und immer mehr Möglichkeiten hinzukommen, lohnt sich ein aktueller Überblick.
Chats suchen, organisieren und wiederfinden
Wer ChatGPT regelmäßig verwendet, sammelt schnell eine große Zahl an Chats. Über die Suchfunktion könnt ihr ältere Gespräche gezielt wiederfinden.
Besonders wichtige Chats könnt ihr außerdem anheften. Dadurch bleiben sie leichter erreichbar. Es lohnt sich auch, häufig verwendete Chats sinnvoll umzubenennen, damit ihr sie später schneller erkennt.
Zusätzlich könnt ihr Chats über einen Link teilen. Achtet dabei darauf, welche Inhalte im jeweiligen Gespräch enthalten sind, bevor ihr den Link weitergebt.
Bibliothek und geplante Aufgaben
In der Bibliothek findet ihr Inhalte, die ihr mit ChatGPT erstellt oder dort abgelegt habt. Ihr könnt beispielsweise nach Inhalten suchen und je nach verfügbarer Funktion nach Dateien oder Bildern filtern.
Daneben gibt es den Bereich für geplante Aufgaben. Dort werden Aufgaben angezeigt, die ChatGPT regelmäßig für euch ausführen soll.
Gerade bei wiederkehrenden Tätigkeiten können solche Funktionen interessant sein, weil ChatGPT dadurch nicht mehr ausschließlich auf einzelne spontane Prompts beschränkt ist.
Projekte für umfangreichere Themen
Wenn ihr über längere Zeit an einem bestimmten Thema arbeitet, können Projekte hilfreich sein.
Dort könnt ihr verschiedene Chats und Quellen einem gemeinsamen Projekt zuordnen. Das eignet sich beispielsweise für ein Kundenprojekt, ein umfangreicheres Konzept oder ein anderes Thema, an dem ihr regelmäßig weiterarbeitet.
Statt zahlreiche einzelne Chats zu einem Thema später mühsam zusammensuchen zu müssen, könnt ihr die relevanten Inhalte an einem Ort bündeln.
Custom GPTs für wiederkehrende Anwendungsfälle
Auch die bekannten Custom GPTs findet ihr weiterhin in ChatGPT. Dabei handelt es sich um individuell konfigurierte KI-Assistenten, die ihr für bestimmte Aufgaben oder Anwendungsfälle einrichten könnt.
Ihr könnt öffentlich verfügbare GPTs nutzen oder eigene GPTs erstellen und konfigurieren.
Gerade wenn ihr einen bestimmten Prozess immer wieder mit ähnlichen Anforderungen durchführt, kann ein eigener Assistent sinnvoll sein.
Bilder direkt mit ChatGPT erstellen
Auch die Bilderstellung ist inzwischen fest in ChatGPT integriert. Ihr könnt über den entsprechenden Bereich Bilder erstellen oder die Bilderstellung direkt aus einem normalen Chat heraus anstoßen.
Damit lassen sich Text, Recherche, Dokumente und visuelle Inhalte zunehmend innerhalb derselben Arbeitsumgebung erstellen.
ChatGPT individuell personalisieren
Ein Blick in die Personalisierung lohnt sich ebenfalls. Dort könnt ihr verschiedene Einstellungen dazu vornehmen, wie ChatGPT mit euch arbeiten soll.
Ihr könnt beispielsweise beeinflussen, welchen Ton oder Stil ChatGPT verwendet und welche weiteren persönlichen Einstellungen berücksichtigt werden sollen.
Eine wichtige Funktion ist dabei die Erinnerung. Wenn ihr diese aktiviert, kann ChatGPT Informationen aus vergangenen Interaktionen berücksichtigen. Die gespeicherten Erinnerungen könnt ihr ebenfalls verwalten.
Das kann die Zusammenarbeit komfortabler machen. Gleichzeitig solltet ihr auch hier bewusst überlegen, welche Informationen ihr ChatGPT mitteilt.
Einstellungen und Datenschutz nicht vergessen
Je mehr Möglichkeiten ChatGPT bietet, desto wichtiger werden die Einstellungen.
Dort findet ihr unter anderem Optionen zu Personalisierung, Plugins, Benachrichtigungen, Datenkontrollen, Speicher, Stimme und weiteren Bereichen.
Mein Rat ist deshalb, nicht nur die sichtbaren Funktionen auf der Startseite auszuprobieren, sondern auch einmal bewusst durch die Einstellungen zu gehen.
Besonders bei sensiblen Daten solltet ihr vorsichtig sein. Verlasst euch nicht darauf, dass eine vertrauliche Information automatisch unproblematisch ist, nur weil ihr einen Chat später wieder löscht. Daten, die gar nicht erst in ein KI-System gehören, solltet ihr deshalb auch nicht eingeben.
Gleiches gilt für angebundene Systeme: Die Verbindung mit E-Mail, Cloud-Speichern und anderen Anwendungen kann sehr praktisch sein, erweitert aber gleichzeitig den Datenzugriff.
ChatGPT ist inzwischen deutlich mehr als ein Chatfenster
Wenn ihr ChatGPT länger nicht genauer angeschaut habt, lohnt sich deshalb ein Rundgang durch die aktuelle Oberfläche.
Die eigentlichen Neuerungen meines aktuellen Updates sind vor allem ChatGPT Sites und ChatGPT Work. Sites bietet einen sehr schnellen Weg, um erste Webseiten und Prototypen zu erstellen. Work zeigt dagegen, wie sich ChatGPT zunehmend zu einer umfangreicheren Arbeitsumgebung entwickelt.
Daneben gibt es inzwischen zahlreiche weitere Funktionen: Projekte, Custom GPTs, Plugins, Bibliothek, geplante Aufgaben, Bilderstellung, Personalisierung, Erinnerungen und die Erstellung von Office-Dokumenten.
Nicht jede davon ist neu – und ihr müsst auch nicht jede davon verwenden.
Viel wichtiger ist, dass ihr wisst, welche Möglichkeiten euch zur Verfügung stehen. Dann könnt ihr gezielt entscheiden, welche Funktionen euch in eurem Arbeitsalltag tatsächlich weiterhelfen.
Im Video führe ich euch deshalb durch die aktuelle Oberfläche, zeige euch ChatGPT Sites und ChatGPT Work und erkläre Schritt für Schritt, wo ihr die verschiedenen Funktionen und Einstellungen findet.
Und bei all den Möglichkeiten gilt weiterhin: Nutzt KI, probiert neue Funktionen aus und automatisiert dort, wo es sinnvoll ist – aber behaltet Datenschutz und kritisches Denken immer im Blick.
Weitere Fragen?
Ihr habt Fragen dazu? Gerne unterstütze ich euch, stehe als Sparring-Partner zur Verfügung und beantworte eure Fragen. Ich freue ich mich immer über eure Nachrichten, am liebsten per WhatsApp Nachricht oder als E-Mail.
Diesen Beitrag gibt es übrigens auch als Video auf YouTube
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