chatgpt für kinder

ChatGPT und Kinder: Warum Aufklärung wichtiger ist als Nutzung

Ein Beitrag von Sophie Hundertmark

Sophie Hundertmark ist Expertin für den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Schwerpunkt auf Chatbots, AI-Strategien und verantwortungsvoller Technologieintegration. Sie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und schreibt derzeit ihre Dissertation im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Als Beraterin begleitet sie Unternehmen, Verwaltungen und Bildungsinstitutionen bei der Einführung wirksamer KI-Lösungen. Mehr zu Sophie Hundertmark auf LinkedIn.

Zur sprachlichen und stilistischen Erstellung – ebenso wie zur Übersetzung – wurde ein CustomGPT eingesetzt. Dieses basiert auf dem Sprachmodell GPT-5 von OpenAI und wurde von Sophie Hundertmark persönlich entwickelt.


Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie eure Kinder Künstliche Intelligenz (KI) wahrnehmen? Für viele von uns ist KI noch ein komplexes, abstraktes Thema – und doch begegnen Kinder ihr im Alltag ganz selbstverständlich: sei es durch YouTube-Empfehlungen, Netflix-Algorithmen oder eben durch ChatGPT. Genau deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, Workshops zu diesem Thema mit Kindern durchzuführen.

Es geht mir dabei nicht darum, dass alle Kinder KI ständig nutzen. Mir geht es darum, dass sie KI verstehen. Verstehen, was dahintersteckt, welche Chancen und Risiken es gibt und wozu man KI nutzen kann – und wozu nicht. Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft, und wenn wir ihnen heute beibringen, kritisch und reflektiert mit KI umzugehen, legen wir den Grundstein für eine verantwortungsvolle digitale Zukunft.


Wie ich mit Kindern über KI spreche

In meinen Workshops starte ich immer mit einer einfachen, aber grundlegenden Frage: Was ist eigentlich KI und wo begegnet ihr ihr im Alltag?

Die Antworten der Kinder überraschen mich jedes Mal. Viele haben bereits ein erstaunliches Vorwissen. Sie verstehen, dass KI Muster erkennt und daraus lernt. Manche kennen sogar die Algorithmen, die hinter Plattformen wie YouTube oder Netflix stecken und dort für personalisierte Empfehlungen sorgen.

Sobald wir uns gemeinsam einig sind, was KI ist, gehe ich einen Schritt weiter: Ich stelle ChatGPT als konkretes Beispiel für ein KI-Tool vor.


Kinder und ChatGPT – schon erstaunlich vertraut

Was mich immer wieder fasziniert: Viele Kinder kennen ChatGPT bereits – manche nutzen es sogar regelmäßig, sowohl für die Schule als auch in ihrer Freizeit. Sie wissen oft, dass ChatGPT auf Informationen aus dem Internet zurückgreift.

Doch ein entscheidender Punkt ist ihnen meist nicht bewusst: ChatGPT macht auch Fehler. Genau an dieser Stelle beginnen wir ausführlich zu diskutieren. Ich lasse nicht locker, bis alle verstanden haben, dass man die Antworten von ChatGPT niemals blind übernehmen darf.

Die wichtigste Regel lautet: Ihr könnt ChatGPT nur dann sinnvoll nutzen, wenn ihr bereits eine grobe Idee von einem Thema habt und wisst, worauf ihr achten müsst. Kritisches Denken ist im Zeitalter von KI wichtiger denn je – und Kinder sollten das von Anfang an lernen.


Praktische Anwendungsfälle – Lernen mit ChatGPT

Nachdem wir die Grundlagen geklärt haben, probieren wir gemeinsam aus, wie Kinder ChatGPT beim Lernen unterstützen kann. Ob es um das Wiederholen von Vokabeln, das Erklären von Matheaufgaben oder das Erstellen von Quizfragen geht – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Aber auch hier gilt: ChatGPT ist ein Hilfsmittel, kein Ersatz für eigenes Denken. Fehler sind jederzeit möglich, und deshalb müssen die Kinder die Antworten überprüfen und kritisch hinterfragen.


Datenschutz – ein Thema, das Kinder oft schon besser verstehen als Erwachsene

Ein weiterer zentraler Punkt in meinen Workshops ist der Umgang mit persönlichen Daten.

Und hier kann ich nur sagen: Hut ab! Viele Kinder sind unglaublich vorsichtig und würden ChatGPT nicht einmal ihren Namen oder ihr Alter verraten. In Sachen Datenschutz handeln sie oft vorbildlicher als so mancher Erwachsene.

Wir diskutieren dann, welche Daten man ChatGPT anvertrauen darf – etwa die Klassenstufe, wenn es um schulische Aufgaben geht – und welche auf keinen Fall geteilt werden dürfen, wie das vollständige Geburtsdatum.


KI kann auch Spass machen – der kreative Abschluss

Zum Abschluss gibt es in meinen Workshops immer noch einen kleinen Fun-Part. Im letzten Workshop, den ich auf einem Campingplatz im Tessin durchgeführt habe, haben wir mit ChatGPT einen Song geschrieben, der die wichtigsten Learnings zusammenfasst. Ein grossartiges Erlebnis für alle – und ein Beweis dafür, dass KI nicht nur lehrreich, sondern auch kreativ und unterhaltsam sein kann.

Hier könnt ihr euch das Video anschauen:


Fazit

Kinder müssen nicht nur lernen, KI zu nutzen – sie müssen vor allem verstehen, was KI ist, wo ihre Grenzen liegen und wie sie verantwortungsvoll damit umgehen. Genau das möchte ich mit meinen Workshops erreichen. Denn kritisches Denken, der reflektierte Umgang mit Informationen und ein Bewusstsein für Datenschutz sind die Schlüsselkompetenzen der digitalen Zukunft.


Weitere Fragen?

Gerne unterstütze ich euch, wenn ihr selbst überlegt, wie ihr Kindern das Thema KI näherbringen könnt. Ich freue mich über eure Nachrichten – am liebsten per WhatsApp oder per E-Mail.

Und wenn ihr noch tiefer in das Thema einsteigen möchtet, lege ich euch mein neues Buch ans Herz:
Hey KI, was machst du da? – Ein alltagstauglicher Ratgeber für Eltern und Kinder

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