*Dieser Beitrag basiert auf einem YouTube-Video von Sophie Hundertmark, Expertin für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit Fokus auf Chatbots und strategische AI-Anwendungen in Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Sophie ist Forscherin und Dozentin an der Hochschule Luzern und promoviert im Bereich Conversational AI an der Universität Fribourg. Der Blogtext wurde mithilfe eines Custom GPT-Modells erstellt, das auf Sophies Video-Inhalte, Sprachstil und Fachwissen trainiert wurde. So entstehen fundierte, aktuelle Beiträge auf Basis eigener Expertise von Sophie Hundertmark.
Den Link zum Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.
Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Menschen nach Informationen, Experten und Unternehmen suchen. Statt klassischer Suchmaschinen werden immer häufiger KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder andere Large Language Models (LLMs) genutzt, um Empfehlungen zu erhalten oder Antworten auf konkrete Fragen zu bekommen.
Doch wie sichtbar ist Dein Unternehmen eigentlich in diesen Systemen? Genau hier setzt die promptbasierte Ist-Analyse an.
Warum eine Ist-Analyse in KI-Systemen wichtig ist
Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits mit Suchmaschinenoptimierung (SEO), um in Google gut gefunden zu werden. Doch die Sichtbarkeit in KI-Systemen folgt teilweise anderen Mechanismen.
Die entscheidende Frage lautet:
Wird Dein Unternehmen von KI-Systemen überhaupt erwähnt, wenn Nutzer nach Deinem Namen, Deinem Fachgebiet oder einer Problemlösung suchen?
Eine regelmäßige Analyse hilft Dir dabei, Deine aktuelle Positionierung zu verstehen und Optimierungspotenziale zu erkennen.
Die fünf relevanten Prompt-Arten für die Analyse
Für eine fundierte Ist-Analyse haben sich verschiedene Prompt-Kategorien bewährt. Je nach Unternehmensziel können einzelne Bereiche wichtiger oder weniger relevant sein.
1. Direkte Erwähnung des Unternehmens
Der erste Schritt ist die einfache Frage:
„Was kannst Du mir über Unternehmen XY sagen?“
So erhältst Du einen ersten Eindruck davon, ob das KI-System Dein Unternehmen überhaupt kennt und welche Informationen verfügbar sind.
Besonders bei kleineren Unternehmen oder persönlichen Marken kann es vorkommen, dass die KI nur wenige oder sogar gar keine Informationen liefert.
2. Erwähnung innerhalb relevanter Kategorien
Im nächsten Schritt solltest Du prüfen, ob Dein Unternehmen in thematischen Zusammenhängen genannt wird.
Beispiele:
- Welche Unternehmen gibt es im Bereich Künstliche Intelligenz?
- Welche Anbieter für Datenschutzlösungen gibt es in Deutschland?
- Wer unterstützt Unternehmen bei der Einführung von KI?
Hier wird sichtbar, ob Dein Unternehmen in den relevanten Themenfeldern wahrgenommen wird.
3. Wahrnehmung als Problemlöser
Viele Nutzer suchen nicht direkt nach einem Unternehmensnamen, sondern nach einer Lösung für ein konkretes Problem.
Typische Fragen sind:
- Wer kann mich bei der Einführung von KI unterstützen?
- Welche Experten helfen bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen?
- Wer bietet Beratung im Bereich Datenschutz und KI an?
Interessant ist dabei, ob Dein Unternehmen als passende Lösung vorgeschlagen wird.
4. Vergleich mit Wettbewerbern
Konkurrenz gibt es in nahezu jedem Markt. Deshalb lohnt sich auch die Analyse von Vergleichs-Prompts.
Beispielsweise:
- Was sind die Unterschiede zwischen Anbieter A und Anbieter B?
- Welche Beratung ist besser geeignet für mittelständische Unternehmen?
- Welche Alternativen gibt es zu Unternehmen XY?
Hier wird sichtbar, wie KI-Systeme Dein Unternehmen im Wettbewerbsumfeld einordnen und welche Stärken oder Schwächen hervorgehoben werden.
5. Expertenstatus überprüfen
In manchen Branchen spielt Expertise eine zentrale Rolle. Deshalb kann es sinnvoll sein zu analysieren, ob Du als Experte wahrgenommen wirst.
Beispiele:
- Wer sind die führenden Experten für KI im deutschsprachigen Raum?
- Welche Unternehmen gelten als Spezialisten für AI Governance?
- Wer verfügt über besondere Expertise im Bereich Datenschutz und KI?
Nicht für jedes Unternehmen ist dieser Bereich relevant. Für Berater, Coaches, Agenturen oder spezialisierte Dienstleister kann er jedoch besonders wertvoll sein.
Drei grundlegende Testansätze
Für die praktische Analyse bieten sich drei unterschiedliche Perspektiven an.
Unternehmensname
Frage direkt nach Deinem Unternehmen oder Deiner Person:
- Was kannst Du mir über Unternehmen XY sagen?
- Wer ist Max Mustermann?
Expertenanfragen
Prüfe, ob Du als Experte genannt wirst:
- Wer sind die Experten für KI-Einführung?
- Welche Berater sind auf AI Governance spezialisiert?
Problemorientierte Anfragen
Teste reale Suchanfragen potenzieller Kunden:
- Ich suche Unterstützung bei der Einführung von KI.
- Wer kann mir bei Datenschutzfragen im Zusammenhang mit KI helfen?
Gerade diese Anfragen liefern häufig die wertvollsten Erkenntnisse, da sie die tatsächliche Nutzerperspektive abbilden.
Die Ergebnisse richtig bewerten
Nach der Durchführung der Prompts solltest Du die Antworten systematisch analysieren.
Achte insbesondere auf folgende Punkte:
- Wirst Du überhaupt erwähnt?
- Werden die Informationen korrekt dargestellt?
- Ist die Tonalität positiv, neutral oder kritisch?
- Passt die Erwähnung zum gewünschten Kontext?
- Erreichst Du die richtige Zielgruppe?
Eine bloße Erwähnung reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob die KI Dein Unternehmen in den richtigen Situationen und für die passenden Anwendungsfälle empfiehlt.
Die 5 Prompts für Deine AI-Visibility-Analyse zum Kopieren
Wenn Du Deine Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen testen möchtest, kannst Du mit diesen fünf Prompts starten.
1. Direkte Erwähnung testen
Kennst du [Brand]? Was kannst du mir über [Brand] sagen?
Mit diesem Prompt überprüfst Du, ob Dein Unternehmen, Deine Marke oder Deine Person überhaupt bekannt ist und wie die KI Dich beschreibt.
2. Sichtbarkeit in einer Kategorie prüfen
Welche Anbieter/Experten gibt es für [Thema] in [Region]?
Dieser Prompt zeigt, ob Du in relevanten Themenfeldern und geografischen Regionen genannt wirst.
3. Wahrnehmung als Problemlöser analysieren
Ich habe Problem [X]. Welche Optionen/Tools/Experten empfiehlst du?
Hier testest Du, ob Dein Unternehmen als konkrete Lösung für ein Kundenproblem vorgeschlagen wird.
4. Vergleich mit Wettbewerbern durchführen
Vergleiche [Brand A] mit [Brand B] in Bezug auf [Kriterien].
So erkennst Du, wie KI-Systeme Dein Unternehmen im Verhältnis zu Wettbewerbern einordnen.
5. Expertenstatus überprüfen
Wer ist Experte/in für [spezifisches Thema] in der Schweiz?
Mit diesem Prompt findest Du heraus, ob Du oder Dein Unternehmen als Experte in einem bestimmten Fachgebiet wahrgenommen werden.
Tipp: Führe jeden Prompt sowohl in ChatGPT als auch in Gemini durch. Die Ergebnisse unterscheiden sich häufig deutlich und liefern wertvolle Erkenntnisse für Deine AI-Visibility-Strategie.
Verschiedene KI-Systeme vergleichen
Ein besonders wichtiger Schritt ist der Vergleich mehrerer KI-Systeme.
Die Ergebnisse können sich deutlich unterscheiden. Unternehmen, die in einem System häufig genannt werden, sind in einem anderen möglicherweise kaum sichtbar.
Analysen zeigen immer wieder, dass die Sichtbarkeit von Unternehmen stark von der jeweiligen Plattform abhängt. Ein Unternehmen kann beispielsweise in Gemini deutlich häufiger erwähnt werden als in ChatGPT – oder umgekehrt.
Deshalb empfiehlt es sich, mindestens zwei unterschiedliche LLMs zu testen und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen.
Fazit
Die promptbasierte Ist-Analyse ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Ansatz, um die eigene Sichtbarkeit in KI-Systemen zu bewerten.
Durch gezielte Prompts kannst Du herausfinden:
- Ob Dein Unternehmen überhaupt bekannt ist
- In welchen Kontexten Du genannt wirst
- Wie Du im Vergleich zu Wettbewerbern positioniert bist
- Ob Du als Experte wahrgenommen wirst
- Wie unterschiedliche KI-Systeme Dein Unternehmen darstellen
Wer seine Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini und anderen KI-Systemen regelmäßig überprüft, schafft die Grundlage für eine erfolgreiche AI-Visibility-Strategie und kann gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Präsenz ableiten.
Weitere Fragen?
Ihr habt Fragen dazu? Gerne unterstütze ich euch, stehe als Sparring-Partner zur Verfügung und beantworte eure Fragen. Ich freue ich mich immer über eure Nachrichten, am liebsten per WhatsApp Nachricht oder als E-Mail.
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